Zurück zur ÜbersichtKlimaangepasste Stellplatzanlagen

Etablierung von Standards für den Neu- und Umbau von Stellplatzanlagen

46535 Dinslaken, Flurstraße 32

Auf dem Parkfriedhof der Stadt Dinslaken befindet sich ein im Jahr 1955 errichtetes Gebäudeensemble bestehend aus Trauerhalle, Kühlzellentrakten, Verwaltung, Sozialbereich und Fahrzeugunterständen. Letzteres wurde im Jahr 1966 angebaut. Teilbereiche wurden bereits 2007 renoviert und es wurde ein barrierefreies WC eingebaut. Die Trauerhalle wurde im Jahr 2017 renoviert und den heutigen Bedürfnissen angepasst. 

Ziel war es, durch die Bildung eines erweiterten Gebäudeensembles mehr Raum für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie die Fahrzeuge zu schaffen und eine Umstrukturierung der Nutzung herzustellen, auch um eine strenge Trennung von Trauernden und Verwaltung zu erreichen. Vor der Baumaßnahmen standen insgesamt 28 PKW-Stellplätze und zwei PKW-Stellplätze für Menschen mit Behinderung zur Verfügung. Die Ermittlung der erforderlichen Abstellplätze ergab einen rechnerischen Bedarf von 65 Stellplätzen für Besucherinnen und Besucher, zuzüglich der geforderten sechs Stellplätze für den Betriebshof. Somit zeigte sich, dass der Parkfriedhof eine deutliche Unterversorgung mit PKW-Stellplätzen aufwies. 

Vor dem Hintergrund der Baumaßnahme am Betriebshof mit erheblichen Eingriffen auf dem Parkplatz und der angrenzenden Grünfläche wurde die Erweiterung des Parkplatzes überprüft. Die angrenzende Freifläche war geeignet weitere Stellplätze aufzunehmen und somit eine Erweiterung auf 57 PKW-Stellplätze zu erreichen. Von den 57 Stellplätzen wurden zwei für Menschen mit Behinderungen ausgebaut und die Möglichkeit zum Laden von E-Fahrzeugen durch eine Elektrosäule hergestellt. Die Zufahrt für PKW wird vom Fuß- und Radverkehr getrennt und somit mehr Sicherheit hergestellt, als auch eine Aufwertung des Eingangsbereiches erzielt. Dort wurden Fahrradabstellplätze für Besucher angeordnet, inklusive einer Ladesäule für E-Bikes. 

Für den Neubau des Parkplatzes mussten zwei Bäume, die unter die Baumschutzsatzung der Stadt Dinslaken fielen gefällt werden. Im Zuge des Parkplatzneubaus konnten 12 neue Bäume gepflanzt werden, die auch als Nachweis weiterer Ersatzpflanzungen dienten. Die neue Stellplatzanlage konnte entsprechend den internen Vorgaben bzw. Standards zur Begrünung von Parkplätzen mit einem großkronigen Laubbaum je 5 Stellplätze, in einer Baumgrube, mit offener durchwurzelbarer Pflanzfläche, in Regelbreite im Neubau von 3,15 m x 3,15 m x 1,50 m hergestellt werden. Die Stellplatzreihen sind durch bepflanze Mulden getrennt, die Stellplätze mit Rasenfugenpflaster hergestellt, die Fahrspuren, wie auch der Vorplatz des Betriebshofes mit versickerungsfähigem Pflaster, um ein ausreichendes Maß an Retention und Kühlleistung im Parkplatzbereich zu gewährleisten. Die Borde zu den Pflanzflächen sind ebenfalls auf Lücke gesetzt um Oberflächenabfluss in die Grünflächen zu leiten.

  • Einführung einheitlicher Standards für (zunächst öffentliche) Stellplatzanlagen in klimaangepasster Bauweise.
  • Festsetzen von Mindeststandards für Baumpflanzungen zur Schaffung nachhaltiger, klimaangepasster Baumstandorte.
  • Erforderlich war insbesondere die Zusammenarbeit zwischen Mobilitätsplanung/ Stadtentwicklung, Grünflächenamt und Tiefbauamt, aufgrund der technischen Anforderungen und des begrenzten Platzangebots.
  • Durch die Nutzung von Synergieeffekten von Grünflächen und Regenwasserrückhaltung, aber auch versickerungsfähigen Belägen konnte ein ausreichendes Stellplatzangebot und eine gute Durchgrünung erreicht sowie die jeweiligen Einzellbelange der Beteiligten umfänglich berücksichtigt werden.
  • Es bedarf gesetzlicher Regelungen für die Mindestausstattung mit Grün im öffentlichen Raum, insbesondere innerhalb von Verkehrsflächen wie Stellplatzanlagen.
  • Durch die Solaranlagen-Verordnung Nordrhein-Westfalen konnte ein Baumschlüssel von 1 Baum je 5 Stellplätze gegenüber anderen Belangen durchgesetzt werden.
  • Die weiteren müssen Vorteile bzw. der direkte praktische Nutzen von Grün bspw. zur Regenwasserretention in den Vordergrund gerückt werden.
  • Herstelleraussagen zur Versickerungsfähigkeit von Pflasterbelägen sollten kritisch hinterfragt und eine nachgeschaltete Versickerung zusätzlich vorgesehen werden um Starkregen aufnehmen zu können.

Anschrift

Klimaangepasste Stellplatzanlagen

Flurstraße 32
46535 Dinslaken
Deutschland

Stand: August 2025