Um die Idee der Essbaren Stadt für mehr Menschen sichtbar und erlebbar zu machen, möchten wir die großen Radwege des Ruhrgebiets alle 5-10 km mit ess- und trinkbaren Naschorten bereichern. Das Schlaraffenband besteht aus Naschorten, also Rastorten mit Sitzgelegenheiten, Schattenspendern, Beerensträuchern, Hochbeeten und nach Möglichkeit einem Trinkbrunnen, die verbunden werden durch das Wilde Naschband, also bereits bestehende essbare Wegbegleitung, wie z.B. eine Streuobstwiese oder eine Brombeerhecke. Am Schlaraffenband können auch essbare (Wild-)Pflanzen als Gemüse, Obst und Kräuter probiert werden, gleichzeitig werden über Schilder und QR-Codes Informationen zu den Pflanzen zur Verfügung gestellt. Dadurch möchten wir zum einen erreichen, dass das Radwegenetz attraktiver wird (Förderung von nachhaltiger Mobilität und Gesundheit). Im Besonderen aber soll das Schlaraffenband für das Thema „Ernährung“ sensibilisieren. Der „vom Acker bis zum Teller“- Gedanke in Miniaturformat. Die einzelnen Naschorte sind quartiersbezogen vernetzt, sie werden durch vor Ort lebende Menschen, ihren Einrichtungen und Gemeinschaften gestaltet und gepflegt. Die Naschorte sind Erholungs- und Erfahrungsräume sowie konkrete Modelle: Sie ermutigen und geben Hilfestellungen zur Nachahmung im eigenen Garten oder Quartier. Unsere Idee verbindet unterschiedliche Nachhaltigkeitsthemen wie Bewegung, Ernährung, Umweltbildung auf partizipative, gesunde und genussvolle Weise.
Ziele
Ziel unseres „Schlaraffenbandes“ ist es, das Radwegenetz durch die Er“fahr"barkeit der "Essbaren Stadt" attraktiver zu gestalten und gleichzeitig zu mehr Biodiversität und Umweltbildung beizutragen.
Das bedeutet konkret:
- Naturschutz und Artenschutz durch den Anbau essbarer (Wild-)Pflanzen
- Umweltbildung, z.B. Informationen zu essbaren (Wild-)Pflanzen und deren Verarbeitung (Beschilderung, QR-Codes) oder durch Workshops vor Ort.
- Radverkehr attraktiver gestalten durch ein Netz an Rastplätzen, Förderung der nachhaltigen Mobilität
- BNE/ Transformationsprozess: Menschen zu gemeinschaftlichem Handeln an konkreten
Aktivitäten & Meilensteine
2021
- Entstehung der Vision Schlaraffenband als Beitrag der " Essbaren Stadt" zur IGA 2027
2022
- Entwicklung des Konzepts
- Förderung einer Machbarkeitsstudie durch den RVR (im Rahmen der Biodiversitätstrategie), Finanzierung der professionellen Vorplanung eines idealtypischen Naschorts durch ein Landschaftsarchitekturbüro
- Jour Fix mit IGA 2027
2023
- Entwicklung des Kommunikationskonzeptes
- Eröffnung des ersten Naschorts (in Essen)
2024
- Entwicklung unserer Homepage
- Beratung von startklar a+b: Verein oder nicht? Satzung und Präambel entstehen
- Einladung beim Ehrenamtskongress des MUNV des Landes NRW in Düsseldorf
- Eröffnung des zweiten Naschorts (in Dortmund)
2025
- Zweite Beratung durch startklar a+b: Erarbeitung einer 10 Punkte- Charta und Sicherung der Marke und der Domains, Begleitung von Pilotprojekten in allen drei Kommunen
- Einladung nach Wien als Finalist der Innovation in Politics Awards 2025
- Eröffnung des dritten Naschortes (in Essen)
Kooperation & Vernetzung
Das Schlaraffenband ist eine gemeinsame Vision der Ernährungsräte Essen, Bochum und Dortmund. Wir haben uns das Konzept zusammen ausgedacht und gehen auch die Umsetzung gemeinschaftlich an. Dabei gibt es eine Dachebene aus allen drei Ernährungsräten und jeweils aktive Ehrenamtliche in jeder Kommune.
Gleichzeitig erfordert die konkrete Umsetzung eines Naschortes Kooperationspartner:innen hinsichtlich der Fläche, der Finanzierung und der Hege und Pflege durch eine Patenschaft. Die einzelnen Naschorte sind als Orte der Partizipation gedacht und werden von einem Netzwerk von ehrenamtlichen Initiativen, Institutionen sowie Unternehmen oder Stiftungen in Kooperation mit dem Schlaraffenband geplant, eingerichtet und finanziert.
Konkret gibt es bis jetzt Kooperationen mit der Neuen Arbeit der Diakonie Essen/der Bezirksvertretung am Naschort „Neue Insel“, mit dem Grünflächenamt Bochum/ der Bezirksvertretung Mitte Bochum/ der Hochschule Bochum am Naschort „Franz-Vogt-Straße“, mit dem Amt für Stadterneuerung Dortmund/ dem Familienbüro Dortmund/ Ewedo Dortmund am Naschort „Rheinische Straße“.
Lessons Learned
Wir konnten mit unserem Konzept viele Menschen für unsere Vision begeistern und im ersten Anlauf ein großes Interessiertennetzwerk aufbauen. Wir haben uns von Stolpersteinen und Rückschlägen nicht abbringen lassen und immer wieder neue Wege und Lösungen gesucht. Die Realisierung unserer ersten Naschorte in Essen und Dortmund haben gezeigt, dass wir ehrenamtlich beim Aufbau des Ortes und der Beratung des jeweiligen pflegenden Naschortpaten an unsere Grenzen gestoßen sind. Wie können wir diesen Prozess zukünftig effektiver gestalten? Was können und müssen wir ehrenamtlich leisten, damit unsere Projektidee verwirklicht werden kann? Was dürfen und müssen wir von den Verantwortlichen der jeweiligen Naschorte erwarten? Welche Schritte sind nötig, um unsere Vision in einen lebendigen Ort der Vielfalt, des Naturerlebens und der Nachhaltigkeit zu bringen? Wie können die bereits umgesetzten Naschorte zu einer Blaupause unserer Idee werden, zu Best- Practice- Beispielen, die Bürger:innen begeistern und zum Mitmachen bewegen können? Wir haben gelernt, dass die Kommunikation zwischen Ehrenamt und Verwaltung manchmal nicht einfach ist, aufgrund verschiedener Perspektiven, unterschiedlicher Sprache und unterschiedlichem Verständnis von Aufgaben.
Lageplan
Anschrift
Schlaraffenband Ruhr
Königsallee 48
44789 Bochum
Deutschland
Übersicht
Projektleitung
ESS BO! Ernährungsrat Bochum e.V.
Akteur:innen
Ernährungsräte Dortmund & Essen; Kommunen; Ehrenamtliche; Diakonie Essen
Kosten
13.000 € (Einfach) - 44.000 € (Premium)
Laufzeit
Fortlaufend seit 2021 (mindestens bis zur IGA 2027)








