Auf dem ehemaligen Trabrennbahn-Areal in Dinslaken wird ein Wohnquartier entstehen, welches durch ein Grünes Netz aus großzügigen öffentlichen Freiräumen und kleinteilig durchgrünten Innenhöfen geprägt wird. Die Planung basiert auf den Prinzipien einer Schwammstadt, um den negativen Auswirkungen von Starkregen und sommerlicher Überhitzung entgegenzuwirken. Das Grüne Netz übernimmt im Sinne der Mehrfachnutzung vielfältige Funktionen, wie das Natur- und Freizeiterleben, als Bewegungsraum und Treffpunkt, zur Speicherung von Regenwasser und Kühlung des Quartiers.
Als Bewegungsraum dient es dem Durchfahren, Durchlaufen und Verweilen und ist zugleich Lebensraum für die vielfältige Tier- und Pflanzenwelt. Die flexible Aneignung öffentlicher und halböffentlicher Räume durch Initiativen, Vereine und engagierte Quartiersbewohnende trägt zur Belebung des Grünen Netzes bei. Auch die Fuß- und Radmobilität findet innerhalb der Freiraumstrukturen statt und profitiert dabei von der autoreduzierten Quartiersgestaltung, wodurch die Sicherheit und Aufenthaltsqualität erhöht werden. Die Quartiersplätze und das ehemalige Geläuf sind Bindeglied zwischen den öffentlichen und halb-öffentlichen Freiräumen. Begrünte, multifunktional nutzbare Dachlandschaften komplettieren das differenzierte Freiraumangebot.
Das Grüne Netz besteht aus vier zentralen Elementen: der Grünen Ader, dem Grünen Finger, der Klimameile und dem Grünen Rücken.
- Die Grüne Ader bildet das Rückgrat des Quartiers und schafft eine Verbindung zwischen Innenstadt und Landschaftsraum. Sie integriert bestehende Grünstrukturen und fördert durch großzügige Flächen die Regenrückhaltung sowie die klimatische Abkühlung.
- Der Grüne Finger verbindet östliche Parkanlagen mit der westlichen Quartierskante und bietet vielfältige Nutzungsmöglichkeiten wie Urban Gardening, Spielen oder Verweilen.
- Die Klimameile schließlich übernimmt zentrale Funktionen für Fuß- und Radmobilität und trägt durch wasser- und klimasensible Gestaltung zur Hitzeminderung bei. Der Grüne Rücken bildet mit seinem dichten Baumbestand einen ruhigen, biotopartigen Rückzugsraum mit Lärmschutzfunktion entlang der Straßenbahntrasse.
Alle Freiräume übernehmen Funktionen der Klimaanpassung, Biodiversitätsförderung und nachhaltigen Mobilität. Extensive Begrünung, klimaresiliente Bäume und naturnahe Versickerungsflächen tragen zur Verbesserung des Bodenklimas, zur Regenrückhaltung und zur Grundwasserneubildung bei. Bestehende Grünstrukturen – darunter die Bärenkampallee und Kleingärten – werden erhalten und integriert.
Ziele
Das Trabrennbahn-Projekt ist als Pilotprojekt angelegt, das als Modell und Impulsgeber für künftige Wohnentwicklungen in Dinslaken und der Region dienen soll. Das Grüne Netz im Rahmen des Projektes bildet einen bedeutenden Bestandteil der Grünen Infrastruktur der Stadt und wurde in den Masterplan Grün integriert.
Aktivitäten & Meilensteine
Für die Entwicklung des Trabrennbahn-Areals wird von Beginn an ein transparenter Planungsprozess mit vielfältigen Beteiligungsformaten für die Zivilgesellschaft, Fachpublikum, Wirtschaft, Politik und Verwaltung sowie eine umfangreiche Beteiligung der Dinslakener Bürgerinnen und Bürger durchgeführt.
Den ersten Meilenstein bildete das aus diesem Dialogprozess hervorgegangene und Mitte 2020 einstimmig beschlossene Leitbild. Das Leitbild beschreibt die herausragenden Ziele und Werte für die Quartiersentwicklung und stellte damit die Weichen für die räumliche Entwicklung.
In einem 2-jährigen Planungs- und Dialogprozess wurde das Leitbild in einer städtebaulichen Rahmenplanung weiterentwickelt und konkretisiert, welche nun die Weichen zur weiteren Entwicklung des Trabrennbahn-Areals in Dinslaken stellt und die Grundlage für die formelle, rechtverbindliche Bauleitplanung bildet.
Im Zeitraum von Oktober 2023 bis April 2024 wurden umfangreiche Rückbauarbeiten erfolgreich durchgeführt. Die Arbeiten wurden stets ökologisch begleitet und es wurden Ersatzquartiere für verschiedene Schwalbenarten und Fledermäuse eingerichtet. Der Rückbauprozess wurde nachhaltig nach den Kriterien der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB) durchgeführt – mit dem Ziel, eine Platin-Zertifizierung zu erreichen. Die Dokumentation und Bewertung des Rückbauprozesses im Rahmen der angestrebten DGNB-Zertifizierung befindet sich derzeit in der finalen Bearbeitung.
Kooperation & Vernetzung
Das ehemalige Trabrennbahn-Areal befindet sich im Eigentum der Stadt Dinslaken. Die städtische Flächenentwicklungsgesellschaft DIN FLEG mbH ist von der Stadt Dinslaken mit der gemeinsamen Vorbereitung und Planung des Projekts beauftragt. Im Rahmen dieses Prozesses werden sowohl die Öffentlichkeit als auch Experten aus unterschiedlichen Fachdisziplinen durch vielfältige Formen der Beteiligung aktiv in die Entwicklung des Projekts einbezogen.
Lessons Learned
Wesentlicher Erfolgsfaktor war der kooperative und transparente Beteiligungsprozess mit vielfältigen Formaten. Durch die frühzeitige und kontinuierliche Einbindung der Öffentlichkeit konnte das Vertrauen und die Unterstützung der Bürgerinnen und Bürger gewonnen und so ein reibungsloser Projektverlauf weitgehend sichergestellt werden.
Ebenso maßgeblich war die integrale Planungsmethodik. Die systematische Verknüpfung aller relevanten Fachdisziplinen und Prozesse führte zu qualitativ hochwertigen, nachhaltigen und resilienten Planungsergebnissen, die eine effiziente Umsetzung ermöglichen.
Lageplan
Anschrift
Zukunft Trabrennbahn
Bärenkampallee 25
46535 Dinslaken
Deutschland
+49 2064 6010 594
Anja.Graumann[at]dinslaken.de
Hünxer Straße 81, 46537 Dinslaken
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Übersicht
Projektleitung
Stadt Dinslaken
Akteur:innen
Stadt Dinslaken, DIN FLEG mbH (städtische Flächenentwicklungsgesellschaft), Expert:innen, Öffentlichkeit
Projektgröße
ca. 16 ha
Laufzeit
2019: Start des Projektes
2020: Beschluss des städtebaulichen Leitbildes
2022: Politische Beschlussfassung zur Rahmenplanung
ab 2025: Verfahren der Bauleitplanung
ca. 2027/28: Realisierung von neuen Gebäuden nach dem Satzungsbeschluss
Ansprechperson
Anja Graumann
+49 2064 6010 594
Anja.Graumann[at]dinslaken.de
Hünxer Straße 81, 46537 Dinslaken












