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18.06.2019 | NewsletterAusgabe 01/2019

Interview

RVR-KONZEPT FÜR REGIONALES RADWEGENETZ AUSGEZEICHNET

Prominente Auszeichnung für den Regionalverband Ruhr (RVR): Für seine Pläne zur Weiterentwicklung des Regionalen Radwegenetzes in der Metropole Ruhr hat er den Deutschen Fahrradpreis 2019 erhalten. Der Verband belegte den ersten Platz in der Kategorie "Infrastruktur".

Thomas Pott ist Verkehrsplaner und Leiter des RVR-Teams Mobilität. Er erarbeitet mit seinem Team das Konzept und erläutert die Hintergründe:

WARUM BRAUCHT DAS RUHRGEBIET EIN KONZEPT FÜR EIN REGIONALES RADWEGENETZ?

Thomas Pott: Das Regionale Radwegenetz im Ruhrgebiet wird zurzeit vor allem fürs Radeln in der Freizeit benutzt. Ausnahmen sind der Radschnellweg Ruhr RS1 und einige regionalen Trassen bzw. Routen wie die Springorum-Trasse in Bochum, wo auch jetzt schon Radlerinnen und Radler auf dem Weg zur Schule oder zum Arbeitsplatz unterwegs sind.

Diese Bedürfnisse im Alltag sowie der zunehmende Gebrauch von Pedelecs mit ihren größeren Reichweiten greift der RVR mit der neuen Netzplanung auf. Gemeinsam mit den Kommunen und Kreisen in der Metropole Ruhr haben wir einen Bedarfsplan entwickelt, der Grundlage für den Netzausbau werden soll.

Ziel ist es, den Anteil des Radverkehrs am Verkehrsaufkommen im Ruhrgebiet zu steigern.

Der RVR sieht drei Stufen für das Konzept vor. Wodurch unterscheiden sie sich?

Thomas Pott: Das Konzept unterscheidet zwischen drei Kategorien: Radschnellverbindungen, Radhauptverbindungen und Radverbindungen. Sie bauen hierarchisch aufeinander auf und unterscheiden sich hauptsächlich durch ihre Breite und einen separaten Gehweg, der für die Kategorisierung als Radschnellweg die Grundvoraussetzung ist. Alle Radverbindungen sollen asphaltiert und je nach Bedarf und Möglichkeit beleuchtet werden.

Das aus diesen Bausteinen entwickelte Regionale Radwegenetz hat eine Gesamtlänge von über 1.800 Kilometern. Davon ist für Regionale Radschnellverbindungen eine Streckenlänge von 337 Kilometern geplant, für Regionale Radhauptverbindungen von 692 Kilometern und für Regionale Radverbindungen von 779 Kilometern.

Was von dem Konzept ist bereits „erfahrbar“ – welches sind die nächsten Schritte?

Thomas Pott: Rund ein Drittel des bereits vorhandenen Radwegenetzes wird Bestandteil des neuen Bedarfsplans für den Alltagsverkehr. Dazu gehören beispielsweise der Radschnellweg Ruhr RS1 zwischen Essen und Mülheim an der Ruhr sowie einzelne Abschnitte des Ruhrtalradwegs, der Route der Industriekultur und vieler anderer vorhandener Radwege.

Das neue Alltagsnetz soll aber auch Radwege und Radfahrstreifen an einigen Bundes- und Landesstraßen sowie an Stadtstraßen aufnehmen. In den Städten kommen außerdem noch Fahrradstraßen hinzu.

Mit der breiten Zustimmung aus den Kommunen und Kreisen nach einem sechsmonatigen Abstimmungsprozess geht der Entwurf zurzeit in die politischen Beratungen der RVR-Verbandsversammlung, um endgültig über das Regionale Radwegenetz als Bedarfsplan für den regionalen Alltagsverkehr zu beschließen. Damit wird der RVR beauftragt, die Weiterentwicklung, Umsetzung und Finanzierung des Regionalen Radwegenetzes voranzutreiben.

Über den Deutschen Fahrradpreis

Der Deutsche Fahrradpreis ist ein bundesweiter Wettbewerb zur Förderung des Radverkehrs in Deutschland. Initiatoren sind das Bundesverkehrsministerium und die Arbeitsgemeinschaft fußgänger- und fahrradfreundlicher Städte, Gemeinden und Kreise in NRW.

Mehr zum RVR-Konzept:

Bedarfsplan Radwegenetz 

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