Das Naturschutzgebiet Bislicher Insel

Lebensraum für Seeadler, Haubentaucher und Co.

Als eine der letzten naturnahen Auenlandschaften am Niederrhein steht die Bislicher Insel großflächig unter Naturschutz.

Das Gebiet ist Rückzugsort für seltene Tier- und Pflanzenarten und verdankt seine überregionale Bedeutung der Vielfalt seiner  Lebensräume, den Sand- und Kiesufern am strömenden Fluss, den tiefen Baggerseen sowie dem Schilfröhricht und den Schlammufern am ruhigen Altrhein.

Gut zu wissen

  • Das Naturschutzgebiet kann nur zu Fuß oder per Rad erkundet werden - Zufahrt für Pkw, Motorräder nur bis zum NaturForum.
  • Bitte bleiben Sie zu jeder Zeit auf den Wegen.
  • Hunde sind erlaubt, müssen aber angeleint bleiben.
  • Es gibt im Naturschutzgebiet keine Mülleimer. Bitte nehmen Sie Ihren Müll deshalb wieder mit.
  • Entnehmen und beschädigen Sie bitte keine Pflanzen.
  • Verhalten Sie sich leise und achtsam. Bitte stören Sie weder Tiere noch andere Besucher.

Vielfältige Tier- und Pflanzenwelt übers ganze Jahr

Besucht man die Bislicher Insel in der kalten Jahreszeit, wird man von lautem Gänsegeschnatter begrüßt, denn das Naturschutzgebiet ist Winterquartier für mehrere Tausend arktische Gänse, vor allem Bläss- und Weißwangengänse. Dazwischen sieht man Gänsearten, die ganzjährig auf der Bislicher Insel beheimatet sind, wie die Graugans und die Nilgans.

Besonders gut sind im Winter auch die Spuren der Biber zu entdecken, die hier 2004 ausgewildert wurden. Biber sind nachtaktiv und daher nur mit viel Glück zu sehen. Die ebenfalls auf der Bislicher Insel lebenden südamerikanischen Nutrias kann man jedoch oft beobachten, im Sommer wie im Winter.

Im Frühjahr, wenn die Wintergäste wieder Richtung Norden fliegen, erreichen die Störche nach ihrer langen Reise aus Spanien oder Afrika die Bislicher Insel und beziehen ihren Horst. Die Geräuschkulisse ändert sich von Gänsegeschnatter zu Storchengeklapper und dem Gesang der heimischen Singvögel. An den Flutmulden treffen Kiebitze, Feldlerche und Rotschenkel aufeinander.

Im Sommer, wenn die ersten Felder gemäht werden, kann man immer wieder Rot- und Schwarzmilane sowie Mäusebussarde bei ihrer Jagd beobachten. Hier machen auch die jungen Störche ihre ersten Flugübungen, bevor es für sie das erste Mal nach Süden geht.

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LEBENSRAUM FÜR SELTENE ARTEN

Auf der Bislicher Insel finden zahlreiche gefährdete Tier- und Pflanzenarten Raum zum Leben: Auf den Wiesen brüten Kiebitze und Rotschenkel, die Larven des Moschusbocks bewohnen Kopfweiden und der Biber gestaltet die Landschaft.  Vielleicht begegnet Ihnen auf Ihren Erkundungstouren ein Silberreiher, die imposante Raupe des Weidenbohrers oder gar ein Biber.

Die reiche Vegetation des Naturschutzgebietes wiederum lebt von den regelmäßigen Überflutungen des Rheins Flusses, der zahlreiche Pflanzensamen anschwemmt, die in fruchtbarer Erde keimen. Erle, Esche, Weide und Schwarzpappel bilden zudem die Grundlage für einen standortgerechten einen typischen Auenwald. Auch die bedrohten Schlüsselblumen und die Wegwarte blühen hier entlang der Wege.

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Die Entstehung der Bislicher Insel

Das 1.200 Hektar große Naturschutzgebiet liegt in einer Altrheinschlinge. Es erhielt seinen Inselcharakter – und auch seinen Namen – als um 1788 der Rhein durch den Bislicher Kanal im Norden begradigt wurde.

In den folgenden Jahrzehnten verlandete der östliche Bereich des Altrheins, so dass die Bislicher Insel heute keine Insel mehr ist. Im Westen ist der Altrhein über die sogenannte Göt immer noch an den Rhein angeschlossen. Neben dem Altrhein befinden sich auf der Bislicher Insel zahlreiche weitere Gewässer.

Im 20. Jahrhundert wurde Kies in eine Tiefe von 15 bis 20 Metern abgebaut, die Kiesgewinnung wurde endgültig erst 1993 eingestellt. In den 1990iger Jahren wurden zudem die beiden Campingplätze umgesiedelt und rückgebaut. Beim Bau des rheinfernen Deiches, der um die Bislicher Insel außerhalb der Altrheinschlinge verläuft, und 2002 fertiggestellt wurde, wurde Material aus den sogenannten Flutmulden entnommen, die sich im Bereich des verlandeten Altrhein befinden.

Durch Kiesabbau und Deichbau sind so weitere Wasserflächen unterschiedlicher Tiefe entstanden. Bei Hochwasser wird durch die Verbindung zum Rhein an der Göt die Bislicher Insel überflutet und so die flussabwärts gelegene Region entlastet. Seit 1999 kann man aus drei Beobachtungshütten entlang des Weges auf die Wasserflächen schauen und mit etwas Glück zahlreiche Vogelarten beobachten.

NaturForum Bislicher Insel
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