Zurück zur ÜbersichtTHALESruhr | Pflanzenkohle im Gemeinschaftsgarten Hof Bergmann

Herstellung und Anwendung als Kohlenstoffsenke und Bodenhilfsstoff

44803 Bochum, Höfestraße 71 71

Seit der Gründung des Wohnprojekts im Jahr 2012 gibt es am Hof Bergmann einen ökologischen Gemeinschaftsgarten, der auf einem ganzheitlichen Konzept mit Elementen der Permakultur basiert. Die rund 2 Hektar große Fläche umfasst einen gemeinschaftlich bewirtschafteten Nutz- und Ziergarten, eine Wildblumen- und Streuobstwiese, Bienenvölker sowie zwei Kune-Kune-Schweine. Der Garten fördert Biodiversität, nachhaltige Bildung und soziale Begegnung und dient zudem als Ort der Erholung und für kulturelle Veranstaltungen.

Die Hochschule Bochum engagiert sich für den Wissensaufbau sowie für die praxisnahe Anwendung und Vermittlung um das Thema Pflanzenkohle – sowohl als Bodenhilfsstoff als auch als Negativemissionstechnologie. Der Gemeinschaftsgarten Hof Bergmann bietet hierfür ein ideales Umfeld. Als ökologisch bewirtschaftete Fläche und Ort gelebter Nachhaltigkeit ermöglicht er die direkte Verbindung von Forschung, Bildung und Praxis. Studierende sowie interessierte Bürger*innen können hier aktiv in ökologische Zusammenhänge eintauchen und transformative Lernprozesse erleben.

Im Rahmen des Lehrforschungsprojekts „Carbon Sequestration @ NRW“ sowie des Transferprojekts „Regionaler Klimabund“ des hochschulweiten Transformationsprojekts THALESruhr wird im Gemeinschaftsgarten die kleinskalige Herstellung von Pflanzenkohle in verschiedenen Pyrolyseöfen untersucht und an interessierte Personen vermittelt sowie zwei Versuchsflächen zu verschiedenen Fragestellungen bezüglich Pflanzenkohle bewirtschaftet. Ziel ist es, sowohl klimarelevante Effekte als auch ökologische Auswirkungen auf die Boden- und Artenvielfalt zu untersuchen.

Lernort Acker
Eine umgewandelte Ackerfläche dient der Untersuchung der langfristigen Wirkung von Pflanzenkohle im Boden. Diese Fläche steht Studierenden als praxisorientierter Lernort zur Verfügung. Hier können sie nicht nur wissenschaftliche Methoden zur Datenerhebung erproben, sondern auch die ökologischen Zusammenhänge direkt im Gelände nachvollziehen.

Versuchsfläche Wiese
Auf einer extensiv genutzten Wiese wird halbjährlich Pflanzenkohle oberflächlich ausgebracht, ohne die Grasnarbe zu zerstören. Diese Maßnahme zielt darauf ab, den Einfluss der oberflächlichen Ausbringung von Pflanzenkohle auf die Sickerfähigkeit des Bodens sowie auf die Biodiversität zu analysieren.

 

Wir betreiben natürlichen Klimaschutz, indem wir gezielt Pflanzenkohle in unsere Flächen einbringen, um CO₂ langfristig im Ökosystem zu binden (Handlungsziel 21). Gleichzeitig verbessern wir so die Bodenqualität und stärken ihre zentrale Funktion als Nährstoffspeicher, Wasserregulator und Lebensraum für zahlreiche Organismen (Handlungsziel 20). Dieses Wissen im Transfer an andere Stakeholder wie Kommunen, Gemeinschaftsgärten und wirtschaftliche Akteure zu vermitteln, ist Kernaspekt des Projekts. Dazu bauen wir unsere Angebote für Bildung für nachhaltige Entwicklung kontinuierlich aus und vermitteln praxisnahes Wissen zur Herstellung und Anwendung von Pflanzenkohle.

  • 2019: Gründung des studentischen Lehrforschungsprojekts “Carbon Sequestration @ NRW” durch Prof. Jan-Paul Lindner - Nach Recherchen zu verschiedenen Negativemissionstechnologien, Festlegung auf das Thema Kohlenstoffsequestrierung mithilfe von Pflanzenkohle, ab WS 2019/2020: Vorbereitung für die ersten Versuchsflächen auf dem Hof Bergmann
  • 2020 bis 2021: Durchführung erster Versuche auf den Versuchsflächen (bis Ende 2023 wurden die Flächen regelmäßig beprobt und analysiert im Rahmen der u. g. Doktorarbeit)
  • 2019 bis 2023: Begleitende Doktorarbeit zum Thema Braunkohle und Pflanzenkohle im Vergleich als Bodenhilfsstoff
  • 2023: Start des Projektes "Regionaler Klimabund" und Einbindung von "Carbon Sequestration @ NRW" in THALESruhr (> finanzielle Förderung): Neuausrichtung des Projekts "Carbon Sequestration @ NRW" aufgrund Projektleitungswechsel durch Prof. Mandy Gerber und Prof. Marcus Schröter
  • seit 2024: Umnutzung der Versuchsfläche "Acker" nach Beendigung o. g. Aktivitäten als aktiver und praxisorientierter Lernort für Studierende der Hochschule Bochum und des Geografischen Instituts der Ruhr-Universität Bochum (fortlaufend)
  • 2023 bis 2025: Durchführung eigener Feld- und Laborversuche sowie Analysen zum Wissensaufbau, Vernetzung & Austausch mit Stakeholdern, Initiierung und Begleitung von Pflanzenkohle-Projekten mit Externen, Entwicklung und Durchführung von Workshops, etc. (fortlaufend)

     

Die studentische Projektstudie "Carbon Sequestration @NRW" wurde im Jahr 2019 an der Hochschule Bochum von Prof. Jan-Paul Lindner aufgebaut und ist seit Beginn 2023 als Teilprojekt in das THALESruhr-Transferprojekt "Regionaler Klimabund" eingebunden. Seit 2023 wurde die Projektleitung von Prof. Mandy Gerber und Prof. Marcus Schröter der Hochschule Bochum übernommen.

Der Gemeinschaftsgarten Hof Bergmann e.V. wurde 2012 als Wohnprojekt gegründet und hat sich seitdem als einer der größten Gemeinschaftsgärten mit einem breiten Aktivitätsspektrum und vielen verschiedenen Interessierten in Bochum etabliert.

Seit Beginn der Projektstudie kommen Studierende, insbesondere aus dem Studiengang Nachhaltige Entwicklung, zum Hof Bergmann für Versuche und Untersuchungen, Begegnung und Vernetzung zueinander oder auch einfach nur zur Entspannung. Mit der Promotion am Geographischen Institut der Ruhr-Universität Bochum von Martin Benz startete eine engere Kooperation und mehr Einbindung der Studierenden am Gemeinschaftsgarten. Seit Ende der Promotion von Martin Benz kommen in jedem Semester und in den Semesterferien Studierende des Projekts der Hochschule Bochum und des Lehrstuhls der Ruhr-Universität von Prof. Ines Mulder für verschiedene Fragestellungen zum Hof Bergmann.

Die Kooperation verläuft sehr natürlich, da alle Beteiligten voneinander profitieren und lernen, daher gibt es keine Zweifel daran, dass das Projekt auch in Zukunft weiter ausgebaut wird.

  • Kontakt zu Kooperationen pflegen und Kommunikation aufrechterhalten, transparent kommunizieren und auf dem Laufenden halten, auch wenn Verzögerungen eintreten
  • Zusammenschluss von Stakeholdern mit den gleichen Zielen, um Ressourcen zu bündeln und zu teilen, gemeinsam erreicht man mehr

Anschrift

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